01.05.2017

La Palma - Verliebt in die Isla Bonita, die Hübsche

La Palma - unser erster Stop auf der Fahrt
vom Flughafen nach Tazacorte

Wie bei den meisten Liebesgeschichten ist es nicht immer sofort Liebe auf den ersten Blick. Ich fühlte mich zwar schnell angezogen von der Insel durch das viele Grün, den Strand, das Meer, den Sonnenuntergang, aber dann hat mich dieser Lifestyle hier schnell und voll erwischt und ich war verliebt in dieses Leben hier. Wenn es auch nur eine kurze Beziehung war mit dieser Insel. Es ist wie Zufluchtsort. Flucht aus dem Stress und dem hektischen Alltag. Es war perfekt auf La Palma.

La Palma ist eine der sieben kanarischen Inseln und nicht zu verwechseln mit der Stadt Las Palmas auf Gran Canaria. Unsere persönliche fünfte Insel, die wir auf den Kanaren besucht haben (Jetzt fehlt noch La Gomera und El Hierro) und auch mein absoluter Favorit der Kanaren, bisher.

Der Beiname "die Hübsche" oder "die Grüne"  hat sie nicht umsonst. Die Insel ist zum UNESCO Biosphärenreservat ernannt worden und der Lorbeer-Urwald zum Weltnaturerbe. Auf La Palma findet man Vulkane, Steilküsten, viel Wald, Palmen, noch mehr Bananenpalmen, Schluchten, schwarze Strände und auch viele ausgeschilderte Wanderwege (die meisten auf den Kanaren). Ich wollte vorher nicht unbedingt hierher auf die bekannte Wanderinsel - als Nicht-Wanderer. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Diese Insel ist nicht nur für Wanderer ideal. Es gibt vieles das für die Insel spricht, neben dem üblichen wie Sonne, Sommer, Strand und Meer. Was mir gefällt ist der sogenannte grüne Tourismus, Massentourismus ist hier nicht erwünscht. Hier möchte man keine Landschaftszerstörung durch Bausünden wie auf anderen Inseln (die wir leider gesehen haben und was uns sehr erschreckt hat). Eine Einheimische hat uns erzählt das man auf teure Luxusaparments in der Zukunft setzt um das Geld zu holen aber ohne den Massentourismus. Hotels? Gibt es ja, aber wenige. Hier auf La Palma setzt man weiterhin auf Individualtourismus, die Zielgruppe sind nicht die All Inclusive Urlauber die Disco und Animation suchen. Die Zielgruppe sind Urlauber die Stille und Natur pur erleben möchten. Ja, und genau das hat meine Beziehung zu La Palma ausgemacht - Ruhe.

Vor jeder Buchung kommt immer die Planung. Wir haben mittlerweile (leider) gelernt das auf den Kanaren in den höheren Lagen die Temperatur merklich kälter ist und man auch schnell in den Regenwolken auf der Finca sitzen kann, und das will keiner im Urlaub. Deshalb machen wir uns mittlerweile erstmal schlau wo man die meiste Sonne auf einer Insel hat. Auf La Palma findet man das im Südwesten im Sonnendreieck Los Llanos, Puerto Naos und Tazacorte - La Palmas Sonnenseite. Wir haben uns für Tazacorte, besser gesagt für Puerto de Tazacorte (Bucht am Meer) entschieden. Der sonnensicherste Ort der Insel.

 angekommen, 
Begrüßungs-Secco aufs Haus
in der Taberna Del Puerto

Für die Suche nach der passenden Unterkunft, verlasse ich mich auf meinen Schatz, der hier immer wieder ein gutes Händchen beweisst. Und mit der Auswahl des Ortes plus unserer Ferienwohnung hat er hier einen Volltreffer gelandet. Die Ferienwohnung mit einer kleinen Dachterrasse liegt genau über der Taberna. Eine sehr steile Treppe führ hinauf und die Wohnung ist ein kleines Juwel. Sehr schön eingerichtet. Die Möbel sind sehr schön ausgesucht und diese Mahagoni Holzdecken ein Traum. Das Schlafzimmer ist auch sehr gross und in diesem Bett schläft man traumhaft. Es gibt eine kleine Dachterrasse, die vom Wohn- und Schlafbereich Zugang hat.
Jeden Morgen haben wir frisches Pan geholt und auf der Dachterrasse gefrühstückt, tagsüber haben wir uns auf der Dachterrasse  gesonnt und ab und zu haben wir auch auf der Terrasse ein kaltes spanisches Bier oder einen lokalen Wein getrunken. Ich liebe diesen Lifestyle.

Das Haus wo wir wohnten, erste Holztüre vorne ist der Eingang

Von oben - das ist unsere Treppe hoch ins Studio

Blick ins Studio-Wohnzimmer

TV, kleine Küchenzeile, kleine Essecke, 
rechts Zugang zur Dachterrasse

Schlafzimmer von der Dachterrasse aus
Super Schön - diese tollen Holzdecken

Im Bad hat uns ein Schwan begrüsst,
und nach der Ankuft - Dachterrasse mit Meerblick

Nachmittags Relaxen auf der Dachterrasse

 
Dorada Bier und Vino auf der Dachterrasse

In Bezug auf die Größe von Puerto de Tazacorte mit ein paar Restaurants, einem einzigen kleinen Supermarkt, einer Bar, einer kleinen Boutique, drei Eisverkäufern, einem Tourishop und einem Schmuckgeschäft kann ich sicher sagen es ist wirklich alles da und man wird nicht hungern und nichts vermissen. Wie auch immer, ich habe das relaxen im Urlaub voll ausgekostet. Ich liebe es am Meer, besser gesagt das auf das Meer schauen und barfuss am Strand durch den Sand und das seichte Wasser zu laufen. Aber der Atlantik hat so seine Tücken, und schnell schwappt eine Welle unerwartet höher an den Strand und anstand nur mit den Füssen steht man ungewollt mit der kompletten Hose bis zum Oberschenkel im Wasser :-).

Puerto de Tazacorte


???

  Morgens eine der ca. zwanzig Katzen im Ort

 
 die beiden Kioscos in Puerto de Tazacorte 
direkt an der Uferpromenade

 Bildergalerie in der Taberna del Puerto

 Taberna del Puerto - unser Lieblingslokal



Italiener im Ort


 
Bushaltestelle

an der Promenade entlang

Uferpromenade früh morgens

kleines Denkmal an der Uferpromenade

 Der Strand von Puerto de Tazacorte
 

Blick auf den Ort vom Wellenbrecher aus

 Wellenbrecher



Vom Wellenbrecher ein Stück weg - 
da kommen ganz schöne Wellen rein


Typisch Palmerisch ist die Plaza die zu jedem Ort gehört mit dem Kiosko - hier gibts statt Zeitungen Getränke wie Brandy oder Espresso. In Puerto de Tazacorte, wo wir wohnen, gibt es auch eine Plaza und eine Strandpromenade. Die beiden Kioskos an der Promenade heissen noch Kiosco, wurden hier aber in Restaurants umgebaut. Hier ißt man Fisch. Fangfrisch, den man sich an der Theke im Restaurant direkt aussuchen kann. Wer Spanisch spricht ist hier im Ort klar im Vorteil - mit Englisch kommt man durch, mit Deutsch hat man meist verloren - da hilft dann nur noch die Zeichensprache. Aber man lernt hier schnell einen kleinen Wortschatz wie z.B. Dos Pan, dos Cerveza, Leche Leche, Agua con gas, Piementos oder Papa Arrugadas und si, no, Gracias, Hola, por favor, perdon hat man auch schnell gelernt.



 Morgens sind die Fischer unterwegs



 Unser tägliches Ritual am frühen Nachmittag
Leche Leche, Hugo und Aperol Sprizz am Meer

 Am Abend (hier ist es ca. 20 Uhr) an der Uferpromenade 
Hier treffen sich auch die Einheimischen vom Ort
 (z.B diese drei älteren Herren)

 Mädchen auf der Mauer an der Uferpromenade

 Dämmerung setzt ein in Puerto de Tazacorte
Wir geniessen es bei einer Flasche Wein im Kiosco an der Uferpromenade

 Kurz nach Sonnenaufgang ist der Strand noch leer
Blick von unserer Dachterrasse auf den Wellenbrecher

 Die Plaza an der Uferpromenade in Puerto de Tazacorte
Früh morgens um 8 Uhr


Spanisches Essen und Wein ist ein Genuss. In Puerto de Tazacorte trinkt man den lokalen Wein Teneguia und als Bier gibts hauptsächlich Dorada vom Fass. San Miguel Bier gabs eher im Supermarkt als auf der Getränkekarte. Es gibt ein bisschen Tapas in den Restaurants, aber eher findet man viel frischen Fisch, viele Meeresfrüchte, natürlich Paella, wenig Fleisch, ein paar Salate und Tortillas. Absolut lecker hier ist die Mojo Verde oder Aglio Olio, beides wird hier auch noch hausgemacht. Schmeckt super zu Fisch oder ganz einfach mit Brot.

Salat mit Obst, Tintenfische gegrille

frischer Fisch gegrill mit Kartoffeln und Gemüse

Bunter Salat

frischer gegrillter Fisch 2.0, Papa arrugada, Piementos gegrillt,
Palmerischer geräuchter Käse gegrillt

Salat mit Putenstreifen

Avocado mit Salat

Die einzigen Ausflüge die wir unternommen haben in den wenigen Tagen war eine Bootstour mit der Flipper zum Whale und Delphine Watching. Es dauerte eine Weile bis wir Tümmler beim jagen beobachten konnten, einen Wal haben wir nicht gesehen. Aber wegen dem hohen Wellengang waren so ziemlich alle an Bord happy als wir wieder Land unter den Füßen hatten - einige mussten sich bereits an Bord übergeben, was für uns andere auch nicht so angenehm war. Den zweiten Ausflug machten wir zum Botanischen Garten der Finca Tropical inmitten den Bananenplantagen, nach Tazacorte selbst und einen Abstecher nach Puerto Naos.

Whale Watching kann man am Hafen von Puerto de Tazacorte buchen, täglich um 11.30 und 15 Uhr fahren Schiffe. Wir haben eine Gruppe Tümmler gesehen die auf Fischfang war, wir konnten sie sehr nah sehen in ein,zwei Meter Entfernung und das Highlight war wenn sie aus dem Wasser gesprungen sind. Nachdem ich ausser Wasser kein Foto erwischt habe, habe ich es lassen und die Szene beobachtet. Beeindruckend. Wale haben wir nicht gesehen - aber wer nicht seetüchtig ist, sollte es sich gut überlegen, denn einige haben sich an Bord mehrfach übergeben und waren nur grün im Gesicht. 



 der Hafen von Tazacorte

 Blick vom Hafen nach Puerto de Tazacorte


 Die Mauer vom Hafen

 Boote im Hafen

Die Flipper - unser Whale Watching Schiff

Vom Schiff - Blick zurück auf Puerto de Tazacorte

Nach Tazacorte geht es wieder auf den Berg hoch, der Ort befindet sich auf einer Hochebene in Mitten des Aridane-Tals in den Plantagen. Zu Fuss sind es 30 Minuten von Tazacorte zum Strand. Hier findet man bunte Fassaden, schmale autofreie Gassen - das ihm den Beinamen Klein-Paris gegeben hat. Allerdings ist es hier meist steil den Berg hoch. Im Ort findet man hier  Geldautomaten (es gibt keine in Puerto de Tazacorte) und größere Supermärkte. Aber auch die typische Plaza mit dem Kiosco.



Bunte Fassade in Villa de Tazacorte

Blick oben von Tazacorte nach El Charco und zum Meer 
und natürlich die Plantagen

 Rathaus am Plaza San Miguel

 Brunnen am Plaza San Miguel

Plaza San Miguel


Haus in Tazacorte

Künstlerisch gestaltete Treppen - als Koffer


Nach unserem Stop hier fuhren wir weiter zur Finca Tropical, um uns den botanischen Garten anzusehen. Die Finca gehört auch zu unserer Unterkunft und wir durften den Garten und den Pool mitbenutzen. Es gibt ca 2000 Planzenarten auf La Palma und die Finca hat ca. 100 davon.
Hier ein paar Eindrücke der Finca Tropical:


Kanarische Palme, Bougainvillea orange, zwei grosse Washingtonpalmen


Zitronengeranie


Bleistiftstrauch-Euphorbia tirucalli

Schraubenpalme - Pandanus Utilis mit Frucht

Monstera Deliciosa Früchte

Nachdem wir die Villa besucht haben, wollten wir einen Lunch am Meer und haben ist kurzfristig für Puerto Naos entschieden. Puerto Naos ist ein Badeort mit Palmenstrand, den wir uns ansehen wollten. Er ist der größte Strand an der Westküste mit einer breiten verkehrsberuhigten Promenade. Das erste was wir sehen sind diese vielen Apartmentanlagen - im Ort, an der Promenade und am südlichen Ende steht auch ein grosses Hotel aber es ist alles andere als idyllisch hier.


 
Palmen auf der Promenade in Puerto Naos

Blick auf den Strand von Puerto Naos


Riesige Palmen am Strand

Die Promenade mit den Apartmenthäuser

Südlicher Blick - im Hintergrund das Hotel

Direkt am Strand findet man auch kleine Strandbars

La Palma ist eine Insel, die bei Wanderern sehr beliebt ist. Es gibt sehr viele Wege hier. Von Puerto de Tazacorte z.B. geht auch ein Wanderweg den Steilhang hinauf. Schwindelfreiheit vorausgesetzt heisst es und in Kehren geht es hinauf und auch wieder den selben weg hinunter. Hier ein paar Eindrücke davon:
 


 Hier geht er los, zwischen den Restaurants

 Auf dem Weg sieht man Höhlenwohnungen, 
die meisten sind aber leer und gesperrt

Blilck hinunter auf Puerto de Tazacorte

Blick auf die Taberna und unsere Ferienwohnung, die über der Taberna ist

 Blick in eine alte Höhlenwohnung



Blick von ganz oben, vom Gipfelkreuz

Aber das schönste sind die lauen Abende beim Sonnenuntergang. Ciao La Palma, we will be back!



Ich bin La Palma Fan geworden, für mich die schönste Insel bisher. Jetzt fehlen noch  La Gomera und El Hierro. Ob ich wieder komme? Ja ziemlich sicher sogar, denn es gibt auch noch ein paar Dinge die ich von La Palma sehen möchte. Und ja, auch am liebsten wieder hierher nach Puerto de Tazacorte.